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VcKB - Mit Leib und Seele

Mit Leib & Seele 2. AusgabeSeite 4 Internationale Standards für Lebensretter In den Krankenhäusern des Lutherstifts in Seelow und Frankfurt/Oder werden Herz-Kreislauf-Stillstände nach US-Standards behandelt Glenn M. Vanden Houten wurde in Seelow erwartet. Einen weiten Weg hatte er hinter sich: Brüssel – Berlin – Märkisch-Oderland, in der Aktentasche dabei: eine Urkunde. Vanden Houten ist »Territory Director Europe & Africa« der American Heart Association (AHA) – der amerikanischen Herzgesellschaft. Viel Zeit hatten die Mitarbeiter vom Lu- therstift in Seelow und Frankfurt/Oder in ihre Weiterbildung investiert. Jetzt, am 19. Juni 2013, wollte der Repräsen- tant der AHA das Ergebnis persönlich und mit einem offiziellen Dokument verkünden. Vanden Houtens Organisati- on entwickelt Standards zur Versorgung der Patienten, die einen Herz-Kreislauf- Stillstand erleiden. Die ersten zehn Minuten sind entscheidend, Ärzte und Pflegekräfte müssen sofort die richtigen Entscheidungen treffen. Ein einheitli- cher Versorgungsstandard wie der von der AHA kann dabei Leben retten. Seelow und Frankfurt/Oder als einzige Kliniken Ostdeutschlands AHA-zertifiziert 80 Pflegekräfte und alle 25 Mediziner, vom Chefarzt bis zu den Assistenzärz- tinnen und -ärzten, absolvierten das Kursprogramm. Das Krankenhaus ist die erste klinische Einrichtung über- haupt, in der beide Berufsgruppen eine AHA-Schulung besuchten. Und auch das ist ein Superlativ: Seelow und Frankfurt sind die einzigen Klinikstandorte in Ostdeutschland, die von der American Heart Association zertifiziert wurden. Andere Einrichtungen in Deutschland, die auch nach diesen Richtlinien versor- gen, sind zum Beispiel der Gesundheits- dienst des Auswärtigen Amtes und die Sanitätsakademie der Bundeswehr. Die Standards, die von nun an auch in kontakt Evangelisches Krankenhaus Lutherstift Standort Seelow Robert-Koch-Straße 7-15, 15306 Seelow Tel. (03346) 87 77 00 lutherstift@diakonissenhaus.de www.lutherstiftung.de kontakt Evangelisches Zentrum für Altersmedizin Weinbergstraße 18-19, 14469 Potsdam Tel. (0331) 27 77-0 info@altersmedizin-potsdam.de www.altersmedizin-potsdam.de Leben mit Demenz Demenzerkrankte und ihre Familien müssen sich auf ein anderes Leben einstellen – Dr. Christine Eichler und ihr multiprofessionelles Team vom Potsdamer Evangelischen Zentrum für Altersmedizin helfen ihnen dabei Christine Eichler ist Chefärztin am Evangelischen Zentrum für Altersmedizin in Potsdam. Ihre Einrichtung hat sich auf die Gesundheitsversorgung älterer Menschen spezialisiert. Gerade im Umgang mit dieser Patientengruppe müssen Mediziner und Pflegekräfte eines können – Vertrauen gewinnen. »Vor allem Demenzkranke fühlen sich oft fremd und allein gelassen«, weiß die 42-jährige Geriaterin. Zeit nehmen, nie die Geduld verlieren und immer behutsam mit den Menschen umgehen, »nur so gelingt der emotionale Zugang.« > Normale Vergesslichkeit oder Demenz: Was ist der Unterschied? Bei einer normalen Altersvergesslichkeit ist nur das Kurzzeitgedächtnis betroffen: Die Patienten vergessen vielleicht Namen, sie sind aber grundsätzlich nicht be- einträchtigt. Anders ist das bei Demenz, hier wird der Kranke zunehmend unfähig, seinen Alltag zu bewältigen. > Kann ich da vorbeugen? Ja, der Hausarzt sollte Ihre Risikofaktoren untersuchen: Blutdruck, Fettwerte, Zuckerspiegel – sind die zu hoch? Unbedingt geklärt werden muss auch, ob viel- leicht eine depressive Störung vorliegt. Genau wie bei einer Demenz kann eine Depression zu einem totalen Rückzug des Patienten führen. > Wann erkenne ich die Erkrankung? Demenz wirft ihre Schatten voraus, meist schon viele Jahre vorher. Aufmerksam sollte man bei den Menschen werden, die vorher kontaktfreudig waren, nun keine Lust mehr am Alltag haben. Das kann bereits eine demenztypische Wesensverän- derung sein. Es ist jedoch ein feiner, fließender Übergang. Deswegen ist das Erken- nen so schwierig. > Was bringt die Demenztestung? Dazu braucht man viel Fingerspitzengefühl: Manche Patienten können die Trag- weite der Diagnose gar nicht mehr erfassen, für die Angehörigen hingegen ist die Diagnosestellung sehr wichtig. Der Umgang mit dem Erkrankten im Alltag muss vollkommen neu organisiert werden, um den Verbleib zu Hause zu ermöglichen. Aufgrund eines falschen Schamgefühls versuchen die Betroffenen häufig, Symp- tome zu kaschieren – auch im eigenen Umfeld. Eine rechtzeitige Diagnose ist umso wichtiger. Hier in der Potsdamer Weinbergstraße testen wir daher besonders sorg- fältig und umfassend. > Gibt es Mittel gegen Demenz? Es gibt Mittel, um den Mangel an Botenstoffen, der im Rahmen einer Demenz auf- tritt, zu verbessern. Aber das kann nur eine Therapie sein, die auf Zeit spielt: Die Nervenzellen, die zugrunde gehen, sind für immer verloren. Der Krankheitsverlauf beträgt in etwa zehn Jahre. Bei manchen Patienten sieht man einen rascheren Ver- lauf. Bei denen, die frühzeitig diagnostiziert und konsequent behandelt wurden, hat man Verläufe von 15 Jahren – bei zumindest akzeptabler Lebensqualität. > Können Sie Beratungsstellen empfehlen? Gutes Informationsmaterial bietet zum Beispiel die Deutsche Alzheimer Gesell- schaft. Bei uns im Haus gibt es die Beratungsstelle Rund ums Alter, hier bekommen Sie kostenlos Rat und Hilfe. Und im Rahmen unserer Angehörigengruppe, die sich immer montags trifft, bieten wir Austausch und Hilfe an für Angehörige von Demenzerkrankten. Medizinisches Spektrum sichern! Sie haben das gesetzlich verbriefte Recht auf ein breites medizinisches Angebotsspektrum von Kliniken in kommunaler, privater und konfessio- neller Trägerschaft. Mehr dazu unter www.vckb.de den Einrichtungen des Lutherstifts gelten, orientieren sich am aktuellen Wissensstand der Medizin, »die erfolg- reichsten Methoden müssen auch An- wendung finden«, sagt Dr. Andreas Engel- bert, Chefarzt der chirurgischen Klinik am Lutherstift Seelow. Da die Amerika- ner ihre Schulungsprogramme überall auf der Welt anbieten, sei auch Vergleich- barkeit gewährleistet, »und davon pro- fitieren wir und vor allem unsere Pati- enten.« Alle zwei Jahre müssen Dr. En- gelbert und Kollegen die Weiterbildung wiederholen. Und Glenn M. Vanden Houten wird sich 2015 ganz bestimmt wieder auf die Reise von Belgien nach Seelow machen, im Gepäck das neue Zer- tifikat der American Heart Association. Behandlungskosten im Griff behalten! Sie haben Anspruch auf beste ganzheitliche Behandlung durch Spezialisten, die sich gegenseitig vertrauensvoll und hilfreich informieren und ergänzen. Mehr dazu unter www.vckb.de Dr. Christine Eichler In Seelow wird für den Ernstfall trainiert. Geschafft! Gratulation zur Zertifizierung an Chefarzt Dr. Andreas Engelbert (links). forderung 4 forderung 5

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