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VcKB - Mit Leib und Seele

Mit Leib & Seele 2. AusgabeSeite 2 Gesund bleiben in Brandenburg? Es ist Ihre Entscheidung! info Die Eiche als Vorbild Nach der Wiedervereinigung wurde das Klostergelände zur Großbaustelle: Altes wurde restauriert, Neues ge- baut – beides gelungen kombiniert. Vor einem moder- nen Fünfgeschosser steht eine gut zwanzig Meter hohe Eiche; die Jahrhunderte haben Spuren hinterlassen. Trotz lichter Krone und abblätternder Borke steht sie aufrecht und erweckt nicht den Eindruck, bald gefällt werden zu müssen. Dieser Baum ist eine gelungene Metapher für die Arbeit, der die Mitarbeiter im Klinik- gebäude daneben Tag für Tag nachgehen: Älteren Pati- enten ihre Alltagsstandfestigkeit wiederbringen. Regine Hildebrandt machte es möglich Seit 1993 kümmert sich darum auch die Klinik für Geriatrische Rehabilitation, »wir sind Brandenburgs Pilotprojekt«, erinnert sich der Chefarzt der Klinik, Dr. Michael Sachse, »im Land gab es nach der Wende keine einzige Rehabilitationsmöglichkeit für Alters- medizin.« Sozialministerin Regine Hildebrandt schaff- te es in ihrer bekannt unkonventionellen Art, den Bonner Kollegen Norbert Blüm zu überzeugen – in Lehnin entstand ein Kompetenzzentrum für Rehabi- litation im Rentenalter, seit 2012 ausgezeichnet mit dem Qualitätssiegel vom Bundesverband Geriatrie. Rehabilitation braucht Zeit Geriatrische Rehabilitation soll vor allem eines errei- chen: Dauerpflege vermeiden, Lebensqualität erhal- ten und die Rückkehr in den Alltag ermöglichen. Die Patienten kommen aus anderen Krankenhäusern, dort haben sie eine Akutbehandlung hinter sich. Eine sofortige Entlassung nach Hause wäre für sie zu früh, in Lehnin soll weiterbehandelt werden. Dafür muss lediglich ein Antrag gestellt werden, »dem stimmen die Krankenkassen meistens zu« – den Rechtsanspruch auf Rehabilitation regelt die Sozial- gesetzgebung der Bundesrepublik. 24 Tage beträgt die durchschnittliche Verweildauer in Lehnin, oft sogar noch länger. Selbständigkeit lernen Nicht nur in der Verweildauer unterscheidet sich die geriatrische Rehabilitation von der anderer Kranken- häuser. »Aktivierende therapeutische Pflege« heißt das Pflegekonzept der Lehniner: »Die Patienten lernen, sich selbst zu helfen«, Pflegekräfte greifen erst ein, wenn der Patient nicht mehr allein zurechtkommt. Er wird langsam an alle Maßnahmen herangeführt; wer neu ist, braucht Zeit sich einzugewöhnen. Gerade Ältere verun- sichern die vielen fremden Eindrücke eines Kranken- hauses, das gilt es zu respektieren. Teamarbeit zum Wohle des Patienten Zur geriatrischen Kom- plettversorgung in Lehnin gehören noch mehr Berufsgruppen: Physio- und Ergothera- peuten trainieren die Patienten für den Alltag. Probleme beim Sprechen oder Schlucken hilft der Logopäde zu beseitigen. Jede Station hat ihren Psychologen. Der Sozial- dienst bereitet auf die Zeit nach der Reha vor. Und im Seelsorger finden die Patienten ihren ge- duldigen Zuhörer. Ein Mal in der Woche trifft sich Dr. Sachse mit Kolle- gen aller Berufsgruppen zum »Team-Protokoll«, jeden der aktuell siebzig Patienten besprechen sie ausführlich. Dann werden Therapieziele geprüft und Behandlungsmaßnahmen angepasst. Angehörige sind Teil des Konzepts Die Patientenzimmer in der Klinik für Geriatrische Rehabilitation entsprechen übrigens nicht der Norm, die Brandenburg seinen Kliniken vorschreibt – ein bewusster Verstoß, den das Sozialministerium sogar fördert: »Unsere Zimmer sind deutlich größer ange- legt«, und sie sind komfortabler eingerichtet als es der Standard verlangt, »wer fast einen Monat bei uns verbringt, der wohnt gewissermaßen hier.« Dennoch wünscht sich wohl jeder Patient einen baldigen Aus- zug aus der Klinik. Dann sind es die Angehörigen, die einen Teil der Behandlung weiterführen müssen, manchmal dauerhaft. »Wir binden die Angehörigen automatisch in die Rehabilitation ein«, erklärt Dr. Michael Sachse, »die Patienten sind doch auf sie an- gewiesen.« Die Klinik bietet dafür »Angehörigen- tage« – »sie begleiten die Patienten, den ganzen Tag«, so würden Verwandte und Bekannte den richtigen Umgang kennenlernen. »Wir vermitteln ihnen das Krankheitsbild, unterweisen die Angehörigen in Selbst- hilfe und ermöglichen es ihnen, den Behandlungen beizuwohnen.« 24 Tage Lehnin Die Klinik für Geriatrische Rehabilitation bereitet ältere Patienten auf ihre Rückkehr in den Alltag vor »Lehnin« kennen viele nur aus dem Verkehrsfunk. Wer jedoch die Autobahnabfahrt nutzt, entdeckt im Ortszentrum, warum die Gemeinde seit zehn Jahren auch das »Kloster« im Ortsnamen trägt: Hier steht die älteste Klosteranlage in der Mark Brandenburg. Vor 00 Jahren wurde auf ihren Fundamenten das Luise-Henrietten-Stift errichtet. Seit 2004 gehört das weit- läufige Areal mit seinen romanisch-gotischen Backsteinbauten zum Evangelischen Diakonissenhaus Berlin Teltow Lehnin. Wie schon bei den Zisterziensern vor gut 00 Jahren, so wird an diesem historischen Ort auch heute Bedürftigen geholfen. kontakt Evangelisches Diakonissenhaus Berlin Teltow Lehnin Klinik für Geriatrische Rehabilitation Klosterkirchplatz 8a, 14797 Kloster Lehnin Tel. (03382) 76 81 38 lehninkliniken.sekretariat@diakonissenhaus.de www.diakonissenhaus.de Alle aufstehen. Lebenselixier Bewe- gung. Die Deutschen sind Bewegungsmuf- fel: Nur jeder achte bewegt sich rich- tig. Nicht einmal die empfohlenen zwei Stunden moderaten Sports in der Woche schaffen die meisten. Im Büro, in Auto und Bahn und schließ- lich den Rest des Tages daheim: Überall sitzen wir. Dabei ist unser Körper für Bewegung konstruiert – sie ist für uns Lebensmedizin. Nicht nur das Herz schlägt dann schneller, auch unser Gehirn kann mehr leis- ten. Mit Alltagsbewegungen stärken wir Herz und Muskeln. Wir schützen uns vor Diabetes, Schlaganfällen, Herzinfarkten. Neue Studien zeigen übrigens, dass regelmäßiger Sport sogar Demenz hinauszögert. 2 Krankenhäuser bieten den knapp 2, Millionen Brandenburgern ihre Versorgungsleistungen an; rund .000 Betten hat das Land dafür im Krankenhausplan vorgesehen. Die Zahlen schwanken – die Bevölkerung schrumpft und die Kliniken sind dem Dauerstress durch Kostenträger und Marktmechanismen ausge- setzt. Zusätzlich fördert die Landespolitik eine Kon- zentration auf wenige, große Anbieter – obwohl das Gesetz den Erhalt der Vielfalt aus kommunalen, priva- ten und auch freigemeinnützigen Trägern vorsieht. Brandenburg braucht Vielfalt In der Landeshauptstadt benötigt jeder Potsdamer höchstens zwanzig Minuten bis zur nächstgelegenen Klinik; in Brandenburgs Randgebieten sind die Ent- fernungen andere. Die Brandenburgerinnen und Bran- denburger, die dort wohnen, werden immer älter und sind auf eine gute, wohnortnahe medizinische Versor- gung angewiesen. Eine Monopolisierung im Klinikmarkt auf wenige Anbieter bewirkt genau das Gegenteil: Wettbewerb und Angebotsvielfalt bleiben auf der Stre- cke – und das bei weiten Anfahrtswegen. Versorgung in der Fläche sichern Dem wachsenden Druck begegnen die vorwiegend klei- neren christlichen Häuser mit neuen Konzepten und mit Kooperationen. Die 13 Einrichtungen im Verbund christ- licher Kliniken Brandenburg arbeiten immer enger zu- sammen. Sie sichern die flächendeckende medizinische Versorgung im Land – auch jenseits der Ballungsräume. Sie sind dem leiblichen und dem seelischen Wohl ihrer Patienten gleichermaßen verpflichtet. Und sie fordern Sie als Brandenburger Patienten auf: > Es geht um Ihre Gesundheit. > Lassen Sie sich von der Brandenburger Gesund- heitspolitik nicht das Zepter aus der Hand nehmen. > Fordern Sie Ihr Recht auf Entscheidungs- und Trägervielfalt ein. > Es ist Ihre Entscheidung. Ihre Partner im Verbund christlicher Kliniken Brandenburg Teamsitzung mit Chefarzt Dr. Michael Sachse (Mitte) in der Klinik für Geriatrische Rehabilitation Lehnin Patienten trainieren für den Alltag PoSitionen Wohnortnahe Versorgung dauerhaft gewährleisten! Keine weiten Wege, keine Warteschlangen. Nur durch eine faire und ausreichende Krankenhausfinanzierung ist die Versorgung im Flächenland Brandenburg sichergestellt. Mehr dazu unter www.vckb.de forderung 1

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